Wie kommt es zu Hyperaktivität, ADHS oder Wahrnehmungsproblemen?

Und woran erkenne ich Entwicklungsverzögerungen bei Kindern?

Ursachen von Lern-, Bewegungs- und Verhaltensstörungen

Kindliche Entwicklungsverzögerungen bzw. -störungen wie ADHS, Hyperaktivität oder Wahrnehmungsprobleme können häufig auf Probleme zurückgeführt werden, die bereits in der Schwangerschaft, bei der Geburt oder innerhalb des ersten Lebensjahres entstanden sind.
Mit dem Fortschreiten der Gehirnreifung und der damit verbundenen Entwicklung der Willkürmotorik müssen die frühkindlichen Bewegungsmuster gehemmt und in Halte- und Stellreaktionen umgewandelt werden.

Störende Einflüsse können diesen Entwicklungsprozess beeinträchtigen und bewirken, dass tonische Reaktionen in der Folge von Kopfbewegungen in einem nicht klinischen aber dennoch irritierenden Umfang „aktiv“ bleiben können. Die Folgen derartiger neurophysiologischer Entwicklungsverzögerungen bzw. -störungen sind dann beispielsweise ausgelassene oder nicht vollständig durchlaufene Bewegungsphasen im ersten Lebensjahr, die als Meilensteine der sensomotorischen Integration gelten.

So kommt es zu Einschränkungen in Bewegung, Wahrnehmung, Lernen und Verhalten.

Auch Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung können in diesem Zusammenhang stehen. Häufig zeigen diese Kinder Symptome von Hyperaktivität, Ängsten oder anderen Verhaltensauffälligkeiten z.B. scheinbar dissozialem Verhalten. Misserfolge in der Schule komplettieren den „Teufelskreis“.
Diagnosen wie ADHS oder ADS werden dann häufig gestellt.

Wer ist  betroffen?

Es sind nicht nur Kinder mit ADHS, Hyperaktivität oder Wahrnehmungsproblemen betroffen.

So lassen sich bereits in einem frühen Entwicklungsstadium einzelne oder mehrere Symptome erkennen, die sich im Laufe der Entwicklung „verwachsen“!
Verwachsen heißt aber nicht, dass die Auffälligkeiten oder Symptome plötzlich weg sind, sondern mithilfe von kompensatorischen Bewegungsmustern verändern sich lediglich die Symptome.

So zeigt sich beispielsweise zu Beginn eine motorische Imbalance, die über einen verstärkten Muskeltonus kompensiert wird, allerdings führt die erhöhte Anspannung zu einer tonischen Dysregulation, die wiederum mehr Energie erfordert. Die fehlende Energie zeigt sich häufig in der Folge in Konzenztrations – oder Verhaltensauffälligkeiten.

Somit beginnt ein „Teufelskreis“- der nur schwer wieder aufzulösen ist.

Auffälligkeiten bei kleineren Kindern

  • Verzögerungen oder Auffälligkeiten in der Bewegungs- und Sprachentwicklung
  • Ungeschicklichkeit, häufiges Hinfallen
  • erhöhte Ängstlichkeit und Trennungsprobleme
  • nicht altersgemäße Trotz- und Wutanfälle, schnelle Stimmungsumschwünge.
  • gesteigerte Bewegungsunruhe
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Einnässen

Auffälligkeiten bei Schulkindern

  • Das Kind ist leicht ablenkbar und wirkt unkonzentriert.
  • Es vergisst schnell wieder bereits Geübtes und Gelerntes.
  • Es zappelt auf seinem Stuhl herum und kann nur mit Mühe still und aufrecht sitzen.
  • Es bewältigt Aufgaben nur sehr langsam.
  • Es hat Schwierigkeiten, Fakten und Ereignisse in eine logische Abfolge zu bringen.
  • Es verdreht Buchstaben beim Lesen und Schreiben und macht Fehler beim Abschreiben von der Tafel oder aus dem Buch.
  • Es hat eine verkrampfte Stifthaltung.
  • Es hat Schwierigkeiten beim Rechnen.
  • Es hat eine undeutliche Aussprache und das Vorlesen ist meist mühevoll, ausdruckslos und monoton.
  • Es hat Haltungsfehler, z.B. Rundrücken, Skoliose.

Viele dieser Symptome findet man bei Kindern mit ADS/ADHS.

Diese Auffälligkeiten können typische Auswirkungen von Restreaktionen tonischer Bewegungsmuster sein, die dann zu Bewegungs-und Koordinationsstörungen und mangelnder neurophysiologischer Aufrichtung führen. In der Folge stellen sich tonische Dysregulationen und sensorische Integrationsstörungen mit der damit verbundenen sozial-emotionalen Unreife ein.

Auffälligkeiten bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen können sich im Grunde ähnliche Symptome zeigen wie bei älteren Kindern. Teilweise haben sie aber gelernt, bestimmte Impulse zu kompensieren und Verhaltensmuster zu vermeiden. Nicht selten finden sich aber überängstliche oder depressive Verhaltensweisen und wenig selbstbewusstes, dafür aber selbstkritisches Handeln.

Andererseits sind auch oft eine mangelnde Impulskontrolle, Kritikunfähigkeit, innere Unausgeglichenheit oder Gleichgewichtsprobleme zu beobachten. Außerdem können auch Kopfschmerzen, Schulter-und Nackenverspannungen, Schwindel sowie depressive Verstimmungen in jahrelanger Kompensation mangelnder motorischer Reife oder tonischer Dysregulatioonen begründet sein.

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